Der Richtplan – ein wahrhaftiges Monsterwerk – wird uns als Kompromiss verkauft. Nun weiss ich nicht genau, was Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, unter einem Kompromiss verstehen. Für mich ist ein Kompromiss eine Einigung, bei der jede Seite etwas daran gegeben hat, man sich nach wie vor in die Augen sehen kann und die von beiden Seiten mitgetragen wird.
Dies ist im vorliegenden Fall offensichtlich nicht gegeben. Deshalb stimmen wir am 14. Juni darüber ab. Selbst die Ratslinke hat bei der Verabschiedung dieses Geschäfts bemerkt, dass mit diesem Richtplan eigentlich niemand wirklich zufrieden ist.
Man könnte jetzt die Binsenweisheit bemühen, dass ein Kompromiss gelungen ist, wenn beide Seiten gleichermassen unzufrieden sind. Allerdings handelt es sich beim Richtplan nicht um einen Viehhandel, bei dem der Eine gerne mehr Erlös gehabt hätte, der Andere hingegen einen tieferen Preis erhofft. Nein, der Richtplan ist das massgebende Planungsinstrument für die Stadt- und Siedlungsentwicklung unserer Stadt und der Aussenwachten – für die nächsten Jahrzehnte.
Stellen Sie sich vor: Ein Vertragswerk, mit dem eigentlich niemand so richtig zufrieden ist, dessen Korsett wir uns aber selbst für die kommenden Jahrzehnte auferlegen würden. Ein Irrsinn!
Der Richtplan ist kein Wunschkalender, sondern ein Planungsinstrument.
Umso wichtiger ist, dass dieser breit getragen wird, die Bevölkerung dahintersteht und man breit abgestützt und überparteilich sagen kann: «Moll, so chunts guet mit Uschter.»
Darum: NEIN zum Richtplan Uster.
Silvio Foiera-Jenzer
Silvio Foiera-Jenzer
Gemeinderat EDU, Uster
ICT-Spezialist
