Nein zu teureren Mieten und weniger Wohnungen

Mit neuen Quoten und zusätzlichen Vorschriften würde der neue Richtplan mehr Bürokratie und Unsicherheit schaffen – genau zur falschen Zeit.

Uster braucht dringend zusätzliche Wohnungen. Doch statt das Bauen zu erleichtern, schafft der Richtplan neue Hürden. Die sinnvolle Bestrebung, mit Verdichtung mehr Wohnraum zu schaffen, wird dadurch torpediert. Betroffen davon sind nicht nur grosse Immobilienentwickler, sondern auch private Eigentümerinnen und Eigentümer.

Wer beispielsweise ein älteres Haus ersetzen oder zusätzlichen Wohnraum für Familien schaffen möchte, muss künftig mit zusätzlichen Auflagen und komplizierteren Verfahren rechnen. Sinnvolle Projekte könnten dadurch verzögert oder verhindert werden.

Zudem: Die Kosten verschwinden nicht. Wenn vergünstigte Wohnungen vorgeschrieben werden, müssen die Ausfälle meist über die übrigen Wohnungen finanziert werden. Am Ende zahlt die grosse Mehrheit, insbesondere der Mittelstand, Pensionierte, Familien und junge Erwachsene, dies wiederum über höhere Mieten oder höhere Kaufpreise.

Genau jene also, für die bereits heute die steigenden Wohnkosten ein Problem darstellen. Dabei gibt es längst bessere Lösungen. Schon heute bestehen Instrumente wie die kantonale Wohnbauförderung oder städtebauliche Verträge. Selbst der Richtplan spricht in Randbemerkungen von Anreizsystemen statt starren Vorgaben.

Genau dieser Weg wäre richtig – aber er wird mit dieser Vorlage nicht begangen. Mehr Wohnraum entsteht durch Investitionssicherheit, vernünftige Rahmenbedingungen und Vertrauen in Eigentümer – nicht durch zusätzliche Quoten und neue Vorschriften.

Marc Thalmann
Gemeinderat FDP, Uster
Gemeindeschreiber Seegräben