Nein zur staatlichen «aktiven Bodenpolitik»

Der neue Richtplan löst die Wohnungsknappheit nicht – er verschärft sie. Neue Regulierungen und Eingriffe in den Bodenmarkt verteuern Bauland und bremsen den Wohnungsbau in Uster aus.

Der Wohnungsmarkt in Uster ist angespannt – das bestreitet niemand. Umso wichtiger wäre eine Politik, die mehr Wohnraum ermöglicht, Investitionen fördert und private Bautätigkeit erleichtert. Stattdessen will der Stadtrat mit dem Richtplan eine «aktive Bodenpolitik» verankern. Hinter diesem harmlos klingenden Begriff steckt ein massiver Eingriff in den freien Bodenmarkt.

Die Stadt könnte künftig mit Steuergeldern selbst als Käuferin von Bauland auftreten, Grundstücke erwerben und Wohnraum unter Marktpreis anbieten. Das ist weder Aufgabe eines Richtplans noch eine nachhaltige Lösung.

Wenn die öffentliche Hand als finanzstarke Käuferin auftritt, verteuert dies ohnehin knappe Bauland zusätzlich – zulasten von Familien, Gewerbe und privaten Investoren.

Besonders stossend: Während die Entwicklung des Eschenbüels mit Wohnraum für über 2 100 Menschen gestoppt wurde, setzt der Stadtrat lieber auf staatliche Marktintervention statt auf mehr Bautätigkeit und bessere Rahmenbedingungen. So wird das Wohnungsproblem nicht gelöst, sondern verschärft. Zur Entschärfung wollen wir eine liberale Förderung der Bautätigkeit und nicht preistreibende städtische Eingriffe in den Bodenmarkt.

Es soll mehr und nicht weniger gebaut werden. Deshalb Nein am 14. Juni zu diesem Richtplan. Die Ablehnung ebnet den Weg für eine Überarbeitung.

Gianluca Di Modica
Gemeinderat FDP, Uster
Unternehmer & Immobilienentwickler