Unerfüllbarer und unbe- zahlbarer 7-Minuten-Takt

Der neue Richtplan setzt beim öffentlichen Verkehr die falschen Prioritäten. Statt alle Quartiere besser zu erschliessen, fordert er einen unrealistischen und teuren 7-Minuten-Takt.

Heute verkehren die meisten Buslinien in Uster im 15-Minuten-Takt – eine gute und bewährte Lösung. Der Richtplan verlangt nun auf bestehenden Linien einen 7-Minuten-Takt. Das ist übertrieben, unrealistisch und kaum bezahlbar.

Gleichzeitig bleiben zahlreiche Quartiere weiterhin schlecht oder gar nicht erschlossen: Nänikon, Werrikon, Winikon, Sonnenberg, Dietenrain/Wührestrasse, Nossikon, Oberuster, die Freiestrasse und Arbeitsplatzgebiete wie die Ackerstrasse oder das Trümpler-Areal. Auch die Loren bleibt mangelhaft erschlossen. Die frühere Buslinie Richtung Niederuster/Schifflände wurde bis heute nicht wieder eingeführt – trotz entsprechender Forderungen aus der Bevölkerung. Dabei hält die Gemeindeordnung klar fest: «Die Stadt Uster setzt konsequent auf den öffentlichen Verkehr.»

Gemeint sein sollte damit eine gute Erschliessung aller Quartiere – und nicht ein unrealistischer Luxus-Takt auf einzelnen Linien. Sinnvoller und finanzierbarer wäre deshalb ein verlässlicher Viertelstunden-Takt für ganz Uster statt ein teurer 7-Minuten-Takt auf wenigen Strecken.

Darum braucht es eine Überarbeitung dieses Richtplans.

Paul Stopper
Gemeinderat BPU, Uster
Dipl.Bauing. ETH/Verkehrsplaner